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Charakteristik der Klasse III Medizinprodukte

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Charakteristik der Klasse III Produkte nach MDR (2017/745)

Medizinprodukte der Klasse III repräsentieren die höchste Risikoklasse nach der MDR. Diese Produkte haben potenziell den größten Einfluss auf die Gesundheit und Sicherheit von Patienten, da sie meist lebenswichtige Funktionen beeinflussen oder langfristig implantiert werden. Daher unterliegen sie den strengsten regulatorischen Anforderungen.

 

 

 

 

 

 

Merkmale von Klasse III Produkten

  1. Höchstes Risiko:Klasse III
    • Produkte dieser Klasse können erhebliche gesundheitliche Risiken bergen, wenn sie nicht korrekt funktionieren.
    • Sie kommen häufig langfristig mit dem Körper in Kontakt oder sind implantierbar.
  2. Typische Beispiele:
  3. Herzklappen
  4. Stents
  5. Brustimplantate
  6. Implantierbare Insulinpumpen
  7. Herzunterstützungssysteme
  8. Implantierbare neurostimulierende Geräte
  9. Medizinprodukte mit Arzneimittelbestandteilen (z. B. beschichtete Stents)
  10. Meist langfristig (mehr als 30 Tage) oder dauerhaft im Körper.
  11. Produkte, die lebenswichtige Funktionen direkt beeinflussen.
  12. Langfristig invasiv, oft in den Körper implantiert.
  13. Produkte, die in das zentrale Kreislaufsystem oder das zentrale Nervensystem eingreifen.
  14. Eine Benannte Stelle muss die Konformitätsbewertung durchführen, bevor das Produkt auf den Markt gebracht wird.
  15. Dies umfasst die Prüfung der Technischen Dokumentation, klinischen Daten und des gesamten Herstellungsprozesses.
  16. Einsatzdauer:
  17. Invasivität:
  18. Benannte Stelle zwingend erforderlich:

Regulatorische Anforderungen für Klasse III Produkte

  1. Technische Dokumentation (Anhang II und III der MDR):
    • Muss extrem detailliert und vollständig sein.
    • Enthält umfassende Informationen über:
      • Zweckbestimmung
      • Produktspezifikationen
      • Risikomanagement
      • Herstellung und Qualitätssicherung
      • Klinische Bewertung und Studienergebnisse
  2. Klinische Bewertung (Artikel 61, Anhang XIV):
  3. Sehr strenge Anforderungen an klinische Daten.
  4. In der Regel erforderlich: klinische Studien, um die Sicherheit und Leistung des Produkts nachzuweisen.
  5. Langfristige Beobachtung der klinischen Sicherheit und Leistung (Post-Market Clinical Follow-up, PMCF).
  6. Ausführliche und fortlaufend aktualisierte Risikomanagementakte.
  7. Fokus auf die Minimierung von Risiken und den Nachweis eines positiven Nutzen-Risiko-Verhältnisses.
  8. Detaillierter PMS-Plan, um Sicherheits- und Leistungsdaten nach der Markteinführung zu sammeln und auszuwerten.
  9. Periodic Safety Update Report (PSUR): Verpflichtender regelmäßiger Bericht über Sicherheits- und Leistungsdaten.
  10. Pflicht zur eindeutigen Produktkennzeichnung und Rückverfolgbarkeit.
  11. Häufig angewandte Verfahren:
    • Qualitätssicherungsverfahren (Anhang IX) oder
    • Baumusterprüfung (Anhang X) in Kombination mit Produktionskontrollen (Anhang XI).
  12. Zusätzliche Anforderungen bei Produkten mit Arzneimittelbestandteilen: Prüfung durch zuständige Arzneimittelbehörde.
  13. Vollständige und verständliche Informationen für den sicheren Gebrauch des Produkts.
  14. Angaben zu möglichen Risiken, Nebenwirkungen, Warnhinweisen und Kontraindikationen.
  15. Risikomanagement (ISO 14971):
  16. Post-Market Surveillance (PMS):
  17. UDI-System (Unique Device Identification):
  18. Konformitätsbewertungsverfahren:
  19. Kennzeichnung und Gebrauchsanweisung:

Besondere Eigenschaften und Unterschiede zu anderen Klassen

Merkmal

Klasse IIb

Klasse III

Risikostufe

Höheres Risiko

Höchstes Risiko

Anwendungsdauer

Langfristig oder wiederholt

Langfristig/implantierbar

Benannte Stelle

Zwingend erforderlich

Zwingend erforderlich

Klinische Bewertung

Strenge Anforderungen

Sehr strenge Anforderungen (Studien)

Beispiele

Dialysegeräte, Beatmungsgeräte

Stents, Herzklappen, Brustimplantate

Zusammenfassung der Charakteristik

Merkmal

Beschreibung

Risikostufe

Höchstes Risiko

Typische Produkte

Herzklappen, Stents, Brustimplantate

Einsatzdauer

Langfristig, invasiv, oft implantierbar

Benannte Stelle

Pflicht für Konformitätsbewertung

Technische Dokumentation

Umfassend und extrem detailliert

Klinische Bewertung

Strenge Anforderungen, oft klinische Studien

Risikomanagement

Nach ISO 14971 erforderlich

Post-Market Surveillance (PMS)

Verpflichtend mit PMCF und PSUR

UDI-System

Pflicht zur Rückverfolgbarkeit

Wichtige Anforderungen für Hersteller

  1. Strenge regulatorische Anforderungen:
    • Hersteller müssen strenge Nachweise für Sicherheit und Leistung des Produkts erbringen.
    • Die Konformitätsbewertung ist ohne eine Benannte Stelle nicht möglich.
  2. Hohe Anforderungen an klinische Daten:
  3. Klinische Studien sind meist erforderlich und müssen gemäß den Vorgaben der MDR geplant und durchgeführt werden.
  4. Nach der Markteinführung sind fortlaufende Post-Market Surveillance (PMS) und Post-Market Clinical Follow-up (PMCF) essenziell, um langfristige Sicherheit und Leistung zu gewährleisten.
  5. Entwicklung, Zulassung und Überwachung von Klasse III Produkten sind aufwendig und kostenintensiv.
  6. Permanente Überwachung:
  7. Komplexität und Kosten:

Typische Herausforderungen

  • Planung und Durchführung klinischer Studien.
  • Umfangreiche Technische Dokumentation und enge Zusammenarbeit mit Benannten Stellen.
  • Fortlaufende Überwachung und Einhaltung regulatorischer Vorgaben.
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Charakteristik der Klasse IIb Medizinprodukte

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Charakteristik der Klasse IIb Produkte nach MDR (2017/745)

Klasse IIb Medizinprodukte werden als Produkte mit höherem Risiko eingestuft. Sie stehen zwischen den mittleren Risikoprodukten (Klasse IIa) und den Produkten mit dem höchsten Risiko (Klasse III). Diese Produkte haben oft einen längeren oder intensiveren Kontakt mit dem Körper oder wirken sich direkt auf lebenswichtige Funktionen aus.

 

 

 

 

 

 

Merkmale von Klasse IIb Produkten

  1. Höheres Risiko:Klasse IIb
    • Produkte dieser Klasse haben ein potenziell höheres Risiko für den Patienten und den Anwender.
    • Sie können langfristig oder invasiv im menschlichen Körper wirken oder lebenswichtige Funktionen unterstützen.
  2. Typische Beispiele:
  • Langzeitkatheter
  • Infusionspumpen für Medikamente
  • Röntgengeräte
  • Beatmungsgeräte
  • Kondome
  • Herz-Lungen-Maschinen (nicht implantierbar)
  • Blutreinigungsgeräte (Dialyse)
  1. Langfristige Anwendung (mehr als 30 Tage) oder längerer Kontakt mit dem Körper.
  2. Kann dauerhaft oder wiederholt invasiv sein.
  3. Häufig invasive Produkte oder solche, die mit sensiblen Bereichen des Körpers (z. B. Kreislaufsystem, Schleimhäute) interagieren.
  4. Die Konformitätsbewertung muss durch eine Benannte Stelle erfolgen, bevor das Produkt auf den Markt gebracht werden kann.
  5. Selbstzertifizierung ist nicht möglich.
  6. Einsatzdauer
  7. Invasivität
  8. Benannte Stelle zwingend erforderlich

Regulatorische Anforderungen für Klasse IIb Produkte

  1. Technische Dokumentation:
    • Umfassende Dokumentation nach Anhang II und III der MDR erforderlich.
    • Enthält Informationen zu Design, Herstellung, Zweckbestimmung und Risikomanagement.
  2. Klinische Bewertung (Artikel 61, Anhang XIV):
  3. Strenge Anforderungen an klinische Daten und deren Nachweise.
  4. In vielen Fällen erforderlich: Daten aus klinischen Studien, insbesondere bei neuen Technologien oder innovativen Produkten.
  5. Detaillierter Nachweis eines systematischen Risikomanagementprozesses.
  6. Risiken müssen identifiziert, bewertet und minimiert werden.
  7. Verpflichtender PMS-Plan mit der Sammlung von Sicherheits- und Leistungsdaten nach der Markteinführung.
  8. Regelmäßige Erstellung eines Periodic Safety Update Report (PSUR).
  9. Pflicht zur Rückverfolgbarkeit durch eine eindeutige Produktkennzeichnung.
  10. Meistens ein Verfahren basierend auf:
    • Qualitätssicherungssystem (Anhang IX), oder
    • Baumusterprüfung (Anhang X) kombiniert mit Produktionskontrolle (Anhang XI).
  11. Detaillierte und vollständige Angaben für den sicheren Gebrauch des Produkts.
  12. Angaben zu Risiken, Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Einschränkungen.
  13. Risikomanagement (ISO 14971)
  14. Post-Market Surveillance (PMS)
  15. UDI-System (Unique Device Identification)
  16. Konformitätsbewertungsverfahren
  17. Kennzeichnung und Gebrauchsanweisung

Besondere Eigenschaften und Unterschiede zu anderen Klassen

Merkmal

Klasse IIa

Klasse IIb

Klasse III

Risikostufe

Mittleres Risiko

Höheres Risiko

Höchstes Risiko

Einsatzdauer

Kurz- bis mittelzeitig

Langfristig oder wiederholt

Langfristig oder implantierbar

Benannte Stelle

Erforderlich

Zwingend erforderlich

Zwingend erforderlich

Klinische Bewertung

Moderate Anforderungen

Strengere Anforderungen

Sehr strenge Anforderungen

Beispiele

Kontaktlinsen, Zahnfüllungen

Langzeitkatheter, Röntgengeräte

Herzklappen, Stents

Zusammenfassung der Charakteristik

Merkmal

Beschreibung

Risikostufe

Höheres Risiko

Typische Produkte

Langzeitkatheter, Beatmungsgeräte, Röntgengeräte

Einsatzdauer

Langfristig, invasiv

Benannte Stelle

Pflicht für die Konformitätsbewertung

Technische Dokumentation

Detailliert und umfassend

Klinische Bewertung

Streng mit Nachweis klinischer Daten

Risikomanagement

Nach ISO 14971 erforderlich

Post-Market Surveillance (PMS)

Verpflichtend mit PSUR

UDI-System

Pflicht zur Rückverfolgbarkeit

Wichtige Anforderungen für Hersteller

  1. Strenge Kontrollen:
    • Hersteller müssen alle Anforderungen der MDR (z. B. klinische Daten, Risikomanagement) erfüllen, bevor das Produkt auf den Markt gebracht wird.
  2. Verantwortung nach der Markteinführung:
  3. PMS und Vigilanz sind essenziell, um langfristig die Sicherheit und Leistung des Produkts zu überwachen.
  4. Eine Benannte Stelle muss die Konformitätsbewertung durchführen und die CE-Kennzeichnung genehmigen.
  5. Zusammenarbeit mit der Benannten Stelle:

Typische Herausforderungen

  • Nachweise für klinische Daten (z. B. durch Studien) sind kosten- und zeitintensiv.
  • Anforderungen an die Technische Dokumentation sind umfangreich und müssen genau befolgt werden.
  • Strikte Überwachung und Dokumentation nach dem Inverkehrbringen.
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Charakteristik der Klasse IIa Medizinprodukte

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Charakteristik der Klasse IIa Produkte nach MDR (2017/745)

Klasse IIa Medizinprodukte gelten als Produkte mit einem moderaten Risiko und werden in dieser Hinsicht eingestuft. Sie weisen ein höheres Risiko auf als Produkte der Klasse I, erfordern jedoch weniger strenge Kontrollen und Nachweise als Medizinprodukte der Klassen IIb oder III. Diese spezifischen Produkte treten häufig für kurze oder mittlere Dauer in den Körper ein oder stehen in direktem Kontakt mit dem Patienten.

Merkmale von Klasse IIa Produkten

  1. Mittleres Risiko:Klasse IIa
    • Klasse IIa Produkte stellen ein moderates Risiko dar, insbesondere wenn sie invasiv sind, aber nicht direkt lebenswichtige Funktionen beeinflussen.
    • Sie können invasiv oder nicht-invasiv sein und haben oft eine unterstützende Funktion.
  2. Typische Beispiele:
  • Zahnfüllmaterialien
  • Kontaktlinsen
  • Ultraschallgeräte
  • Infusionspumpen
  • Operationshandschuhe
  • Blutdruckmanschetten
  1. Kurzzeitig (bis zu 60 Minuten) oder mittelzeitig (zwischen 60 Minuten und 30 Tagen) im Kontakt mit dem Körper.
  2. Kann invasiv oder implantierbar sein (z. B. temporäre Implantate).
  3. Kann mit Wunden oder Schleimhäuten in Kontakt kommen (z. B. Katheter).
  4. Die Konformitätsbewertung muss von einer Benannten Stelle geprüft werden. Eine reine Selbstzertifizierung ist nicht möglich.
  5. Eine CE-Zertifizierung erfolgt erst nach erfolgreicher Begutachtung durch die Benannte Stelle.
  6. Einsatzdauer
  7. Invasivität
  8. Benannte Stelle erforderlich

Regulatorische Anforderungen für Klasse IIa Produkte

  1. Technische Dokumentation:
  1. Detaillierte Dokumentation nach Anhang II und III der MDR erforderlich.
  2. Einschließlich Zweckbestimmung, Produktspezifikationen, Risikomanagement, klinischer Bewertung und Nachweisen über Sicherheits- und Leistungsprüfungen.
  3. Klinische Bewertung (Artikel 61):
  1. Nachweis der Sicherheit und Leistung durch klinische Daten.
  2. Kann auf Literaturdaten oder klinischen Studien basieren.
  3. Risikomanagement (ISO 14971):
  4. Erstellung einer Risikomanagementakte, die alle Risiken identifiziert und Maßnahmen zur Risikominderung beschreibt.
  5. Post-Market Surveillance (PMS):
  1. PMS-Plan und regelmäßige Überwachung des Produkts nach der Markteinführung.
  2. Sammeln und Analysieren von Daten aus der Nutzung, um mögliche Probleme zu erkennen.
  3. UDI-System (Unique Device Identification):
  4. Verpflichtende UDI-Kennzeichnung zur Rückverfolgbarkeit.
  5. Konformitätsbewertungsverfahren:
  6. Übliche Verfahren:
    • Qualitätssicherungsverfahren (Anhang IX) oder
    • Baumusterprüfung (Anhang X) in Kombination mit Produktionskontrollen (Anhang XI).
  7. Gebrauchsanweisung und Kennzeichnung:
  8. Vollständige Informationen für den Anwender, einschließlich Warnhinweisen, Kontraindikationen und Anwendungshinweisen.

Besondere Eigenschaften und Unterschiede zu anderen Klassen

Merkmal

Klasse I

Klasse IIa

Klasse IIb/III

Risikostufe

Gering

Mittel

Hoch/Sehr hoch

Benannte Stelle

Nicht erforderlich

Erforderlich

Erforderlich

Anwendungsdauer

Kurzzeitig

Kurzzeitig bis mittelzeitig

Mittel- bis langfristig

Beispiele

Verbandsmaterial

Kontaktlinsen, Zahnfüllungen

Implantate, Herz-Lungen-Maschinen

Zusammenfassung der Charakteristik

Merkmal

Beschreibung

Risikostufe

Mittleres Risiko

Typische Produkte

Kontaktlinsen, Ultraschallgeräte, Infusionspumpen

Einsatzdauer

Kurz- bis mittelzeitig

Benannte Stelle

Konformitätsbewertung zwingend erforderlich

Technische Dokumentation

Erforderlich nach MDR Anhang II und III

Klinische Bewertung

Verpflichtend mit Daten aus Studien oder Literatur

Risikomanagement

Nach ISO 14971

UDI-System

Pflicht zur Rückverfolgbarkeit

Post-Market Surveillance (PMS)

Verpflichtende Überwachung nach Markteinführung

Wichtige Hinweise für Hersteller

  • Strengere Anforderungen als bei Klasse I Produkten: Eine Benannte Stelle muss eingebunden werden.
  • Konformitätsbewertung: Der Hersteller ist verpflichtet, alle Produktions- und Qualitätsprozesse so zu gestalten und zu überwachen, dass sie den Vorgaben der MDR entsprechen. Diese Maßnahmen müssen erfolgen, bevor das Produkt auf den Markt gebracht werden kann.
  • Fortlaufende Verantwortung: Nach der Markteinführung eines Produkts sind das Post-Market-Surveillance (PMS) und die Vigilanz entscheidende und wesentliche Anforderungen. Diese Maßnahmen sind unerlässlich, um die kontinuierliche Sicherheit und Zuverlässigkeit des Produkts zu gewährleisten und potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen.
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Charakteristik der Klasse I Medizinprodukte

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Charakteristik der Klasse I Produkte nach MDR (2017/745)

Medizinprodukte der Klasse I werden als Produkte mit geringem Risiko für Patienten und Anwender eingestuft. Sie sind die am einfachsten zu regulierende Produktklasse unter der MDR und unterliegen weniger strengen Anforderungen als Produkte der höheren Klassen (IIa, IIb, III). Dennoch müssen auch sie die grundlegenden Sicherheits- und Leistungsanforderungen (Anhang I der MDR) erfüllen.

 

 

 

 

 

Merkmale von Klasse I Produkten

  1. Geringes Risiko:Klasse I
    • Produkte der Klasse I stellen bei bestimmungsgemäßer Verwendung ein minimales Risiko dar.
    • Sie kommen in der Regel nicht-invasiv zum Einsatz.
  2. Typische Beispiele:
  • Verbandmaterial (z. B. Pflaster, Mullbinden)
  • Krankenbetten
  • Lesebrillen (ohne individuelle Anpassung)
  • Chirurgische Instrumente zur einmaligen Verwendung (z. B. Pinzetten)
  1. Der Hersteller kann die Konformität eigenständig erklären und benötigt keine Benannte Stelle, außer:
    • das Produkt ist steril (Klasse Is),
    • es dient der Messfunktion (Klasse Im),
    • es ist ein wiederverwendbares chirurgisches Instrument (Klasse Ir).
  2. In diesen Fällen muss eine Benannte Stelle zur Zertifizierung herangezogen werden.
  3. Nicht invasiv: Klasse I Produkte dringen in der Regel nicht in den Körper ein.
  4. Kurzzeitige Anwendung: Produkte werden meist nur vorübergehend oder für eine kurze Dauer angewendet.
  5. Selbstzertifizierung durch den Hersteller.
  6. Kriterien der Klassifizierung.

Regulatorische Anforderungen

Hersteller müssen:

  1. Technische Dokumentation erstellen:
    • Nach Anhang II und III der MDR (z. B. Zweckbestimmung, Risikomanagement, Produktspezifikationen).
  2. Grundlegende Sicherheits- und Leistungsanforderungen erfüllen:
  3. Nach Anhang I der MDR, z. B. Biokompatibilität, Sicherheit, Leistungsfähigkeit.
  4. Dokument, das die Übereinstimmung des Produkts mit der MDR bestätigt.
  5. Eindeutige Kennzeichnung des Produkts.
  6. Überwachung des Produkts nach der Markteinführung (z. B. Beschwerden, Fehleranalysen).
  7. Eine qualifizierte Person im Unternehmen muss die Einhaltung der MDR sicherstellen.
  8. Konformitätserklärung erstellen:
  9. UDI-System (Unique Device Identification):
  10. Post-Market Surveillance (PMS):
  11. PRRC (Person Responsible for Regulatory Compliance):

Besonderheiten bei Subkategorien (Is, Im, Ir)

Für Produkte mit spezifischen Eigenschaften gelten zusätzliche Anforderungen:

  • Is sterile Produkte:
    • Müssen zusätzlich zur Selbstzertifizierung von einer Benannten Stelle überprüft werden.
  • Im Produkte mit Messfunktion:
  • Erfordern eine Prüfung durch eine Benannte Stelle, um die Genauigkeit und Funktion der Messung sicherzustellen.
  • Eine Benannte Stelle prüft die Reinigung, Sterilisation und Wiederverwendung.
  • Ir wiederverwendbare chirurgische Instrumente

Zusammenfassung der Charakteristik

Merkmal

Beschreibung

Risikostufe

Geringes Risiko

Beispiele

Pflaster, Krankenbetten, Lesebrillen

Zertifizierung

Selbstzertifizierung (außer Is, Im, Ir)

Benannte Stelle erforderlich

Nur bei sterilen, messenden oder wiederverwendbaren Produkten

Technische Dokumentation

Nach MDR Anhang II und III erforderlich

UDI (Kennzeichnung)

Pflicht für Rückverfolgbarkeit

Post-Market Surveillance (PMS)

Überwachung nach Inverkehrbringen

Vorteile für Hersteller

  • Selbstzertifizierung spart Kosten und Zeit im Vergleich zu höheren Produktklassen.
  • Geringere regulatorische Hürden.
  • Flexibilität bei der Markteinführung.

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